Staatssekretär Björn Böhning wird die Briefmarke am 18. November 2025 um 15.00 Uhr in Berlin präsentieren. Die Vorstellung findet im Deutschen Caritasverband e.V., Klara-Ullrich-Haus, Reinhardstraße 13, 10117 Berlin, statt.
Deutung des Motivs
Oberkirchenrat Dr. Patrick Roger Schnabel von der Evangelischen Kirche in Deutschland erläutert, dass die zugrunde liegende biblische Erzählung auf den ersten Blick als traurig erscheinen könne: Ein junges Paar müsse aufgrund staatlicher Vorgaben in eine fremde Stadt reisen, in der es keine Verwandten gebe, die Unterkunft bieten könnten. Selbst ein Herbergszimmer stehe nicht zur Verfügung, weshalb die hochschwangere Frau ihr Kind schließlich in einem Stall zur Welt bringe. Wer die Geschichte wörtlich nehme, so erklärte Schnabel, finde darin wenig von der weihnachtlichen Behaglichkeit, die heute damit verbunden werde. Zwar spendeten die Tiere etwas Wärme, doch seien deren Geräusche, Gerüche und das harte, wenig saubere Stroh kaum komfortabel.
Gleichzeitig betonte er, dass gerade diese Geschichte den Ursprung dessen bilde, was an Weihnachten gefeiert werde: Licht und Liebe, Familie und Gemeinschaft.
Darstellung auf der Sonderbriefmarke
Schnabel führte aus, dass auch die diesjährige Weihnachtsmarke das Motiv der Geburt Jesu im Stall von Bethlehem aufgreife. Sie zeige die Szene nach dem Vorbild eines Fensters der Nicolaus-Gallus-Kapelle in Regensburg. Wer das Bild in Ruhe betrachte, könne dem Geheimnis näherkommen, wie diese Erzählung zum Ausgangspunkt der christlichen Heilsgeschichte wurde, die Menschen bis heute berühre und ihnen Wärme und Hoffnung schenke. Obwohl der Stall als kalt beschrieben werde und nur eine kleine Laterne neben dem Sternenlicht die Szene erhelle, wirke das Bild nicht düster. Das eigentliche Licht gehe vom Kind in der Mitte aus, dessen Strahlen alle anderen Lichtquellen übertreffe.
Weiter erläuterte Schnabel, dass die Engel in der biblischen Geschichte die Geburt wie die eines großen Königs verkündeten. Dennoch werde das Kind zunächst Zimmermann wie sein Vater und später Wanderprediger. Seine Wirkkraft liege einzig in seinen Worten: Worte, die Hoffnung und Versöhnung spendeten, Weisheit vermittelten und Menschen befähigten, das Gute zu erkennen und das Richtige zu tun. Diese Worte wirkten bis heute und ließen Menschen nach Gottes Liebe handeln; dadurch könnten sie die Welt verändern. Aus diesem Grund sei die Erzählung nicht traurig, sondern eine Geschichte, die mit glühenden Herzen weitergegeben werde.
Gestaltung und Verkauf
Das Design des Postwertzeichens sowie des Ersttagsstempels stammt von Gerda M. Neumann und Horst F. Neumann aus Wuppertal. Das Foto des Postwertzeichens wurde von Helmut Frank erstellt. Die Briefmarke hat einen Wert von 95+40 Cent.
Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des Bundesministeriums der Finanzen vom 14.11.2025


