Das neue Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität (LBF NRW) ist unmittelbar in die Ausbildung zukünftiger Steuerexpertinnen und -experten an der Hochschule für Finanzen (HSF) eingebunden. Minister Dr. Marcus Optendrenk betonte, man müsse das kriminalistische Gespür der künftigen Fachkräfte bereits frühzeitig fördern.
Vielfältige Karriereperspektiven durch frühe Einblicke
Wer ein Studium zum Diplom-Finanzwirt bei der Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen beginnt, verbindet damit zunächst nicht unbedingt den Gedanken an Ermittlerinnen und Ermittler in Schutzwesten bei Großrazzien oder an Spezialisten, die im Darknet Finanzströmen nachspüren. Doch genau solche Tätigkeiten sind Teil der vielfältigen beruflichen Möglichkeiten, die sich Absolventinnen und Absolventen an der HSF mit Hauptsitz im Wasserschloss Nordkirchen bieten.
Gerade in einer Zeit, in der die Bedeutung der Steuerfahndung in Nordrhein-Westfalen stetig wächst, sei es entscheidend, dieses Bewusstsein früh zu verankern. Dazu werden Vorträge aus der Praxis des LBF NRW direkt in das Studium integriert. Auf diese Weise erhalten die Studierenden gezielte Einblicke in die Arbeit des Landesamtes und mögliche Karrierewege nach dem Abschluss.
Individuelle Interessen gezielt fördern
Minister Dr. Optendrenk erklärte, dass sich junge Menschen aus verschiedensten Gründen für ein Studium bei der Finanzverwaltung entschieden – unter anderem wegen der sicheren Berufsperspektive und dem breiten gesellschaftlichen Aufgabenspektrum. Zwar bringe nicht jeder Studierende kriminalistische Ambitionen mit, das sei jedoch auch nicht zwingend erforderlich.
Allerdings gebe es auch junge Frauen und Männer, die sich besonders für die Ermittlungsarbeit im Bereich der organisierten Finanzkriminalität interessieren. Diese motivierten Nachwuchskräfte dürfe man nicht durch fehlende Berührungspunkte mit der Steuerfahndung während des Studiums verlieren. Denn gerade sie seien für eine leistungsfähige Fahndungsarbeit unverzichtbar.
Erfahrungsberichte aus der Praxis mit Vorbildfunktion
Im Schloss Nordkirchen traf sich Minister Dr. Optendrenk mit zwei Absolventinnen und Absolventen der HSF, die heute im LBF NRW tätig sind. Joachim Wimmer, Sachgebietsleiter im Landesamt, ist zuständig für die Bekämpfung von Clankriminalität, Steuerhinterziehung in Gewerbesteueroasen und Grunderwerbsteuerbetrug. Seit Jahren hält er praxisnahe Vorträge für Studierende im zweiten Ausbildungsjahr.
In seinen Beiträgen geht es nicht nur um die rechtlichen Grundlagen der Steuerkriminalität, sondern auch um konkrete Fallbeispiele, interbehördliche Zusammenarbeit und aktuelle Entwicklungen im Bereich Steuerhinterziehung und Geldwäsche. Dieses Format habe nachhaltige Wirkung, erklärte Wimmer. In Fragerunden werde es oft sehr konkret – viele Studierende wollten wissen, wie sie selbst bei der Steuerfahndung einsteigen könnten und welche Voraussetzungen dafür notwendig seien. Das Interesse sei in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, insbesondere seit der Gründung des ersten Landesamtes zur Bekämpfung der Finanzkriminalität in Deutschland.
Künftig wird Melina Krepkowsky diese Vorträge übernehmen. Sie ist derzeit im Team zur Bekämpfung der organisierten Schwarzarbeit tätig. Sie freue sich auf die Möglichkeit, den potenziellen Nachwuchs für eine Tätigkeit im LBF NRW zu begeistern, ließ sie verlauten.
Frühzeitige Verankerung des kriminalistischen Know-hows
Die Eindrücke aus dem Austausch mit den Mitarbeitenden des LBF NRW seien von großem Wert, um die Integration des Landesamtes in die Ausbildung weiter auszubauen, so Minister Optendrenk. Angesichts ständig wachsender und sich wandelnder Herausforderungen im Bereich der organisierten Finanzkriminalität sei es notwendig, personelle und konzeptionelle Ressourcen zu bündeln. Ziel sei es, kriminelle Strukturen effektiv zu bekämpfen und die finanziellen Mittel der Gemeinschaft zu schützen.
Man arbeite daher kontinuierlich an Konzepten, um das kriminalistische Know-how bereits während des Studiums zu stärken und den Einstieg in die Steuerfahndung zu erleichtern.
Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des Ministeriums der Finanzen des Landes NRW vom 06.06.2025

