Schneller, günstiger, verbindlicher – unter diesem Leitprinzip wurde vor rund einem Jahr die Pilotphase der Neuen Masterplanung im Hochschulbau in Nordrhein-Westfalen gestartet. Ziel ist es, Bauprozesse an Hochschulen effizienter und realistischer zu gestalten. An der Erprobung beteiligt waren zunächst die Hochschulen Bielefeld, Duisburg-Essen und Paderborn. Das Zwischenfazit aller Partner – dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft, dem Ministerium der Finanzen, dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW) sowie den Hochschulen – fiel durchweg positiv aus.
RWTH Aachen und FH Dortmund treten bei
Zum 29. April 2025 wurden auch die RWTH Aachen und die Fachhochschule Dortmund offiziell in die Neue Masterplanung aufgenommen. Land, BLB NRW und Hochschulen unterzeichneten entsprechende Vereinbarungen im Wissenschaftsministerium.
Politik lobt Tempo und Effizienz
Wissenschaftsministerin Ina Brandes erklärte, die Neue Masterplanung sei ein Meilenstein, um die überalterte Hochschulinfrastruktur zu erneuern. In der Pilotphase habe sich gezeigt, dass mit weniger finanziellen Mitteln in kürzerer Zeit mehr Projekte umgesetzt werden konnten. Staatssekretär Dr. Dirk Günnewig vom Finanzministerium betonte die Wirksamkeit standardisierter Prozesse und die Notwendigkeit fortlaufender Optimierung. Auch der BLB NRW berichtete von erhöhter Planungssicherheit und zielgerichtetem Ressourceneinsatz.
Abkehr von der bisherigen HSEP
Die Neue Masterplanung ersetzt die frühere Hochschulstandortentwicklungsplanung (HSEP), die aufgrund langer Planungszeiträume und starker Detailtiefe als wenig praktikabel galt. Im neuen Verfahren arbeiten Ministerien, BLB und Hochschulen von Beginn an eng zusammen. Mithilfe des Trichterprinzips konzentriert sich die Planung auf realisierbare, kurzfristig finanzierbare Maßnahmen. Projekte ohne konkrete Umsetzungsperspektive werden zunächst zurückgestellt und später erneut bewertet.
Neue Werkzeuge beschleunigen Entscheidungsprozesse
In der Pilotphase wurden standardisierte Vorlagen und Instrumente eingeführt, darunter Gebäudesteckbriefe, eine Priorisierungsmatrix sowie ein Kostenrahmentool. Diese Hilfsmittel sorgen für mehr Transparenz und verkürzte Entscheidungswege.
Positive Rückmeldungen aus den Pilothochschulen
Die Universität Duisburg-Essen hob den großen Sanierungsbedarf und die Chance hervor, durch die Neue Masterplanung zügig neue Räume für Studium und Forschung zu schaffen. Die Universität Paderborn betonte, dass Sanierungsmaßnahmen durch die neue Planung schneller und gezielter umgesetzt werden können. Die Hochschule Bielefeld lobte die enge, konstruktive Zusammenarbeit und sieht in der verschlankten Planung ein Vorbild für künftige Bauprozesse.
Erste Projekte starten an den Pilotstandorten
Die drei Pilothochschulen starten nun mit der Umsetzung priorisierter Bauvorhaben:
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Universität Paderborn: Ersatzneubauten für das Kunst-Silo (Gebäude S) und Gebäude F inkl. Heinz-Nixdorf-Institut
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Hochschule Bielefeld: Neubau für den Fachbereich Gestaltung und Flächen für den neuen Fachbereich Gesundheit
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Universität Duisburg-Essen: Verdichtung des Standorts Lotharstraße in Duisburg, Neubauten für Informatik und Ingenieurwissenschaften sowie Bibliotheksneubau in Essen
Die finale Priorisierung erfolgt bis Mitte Mai 2025.
RWTH Aachen plant mit Fokus auf Exzellenz und Nachhaltigkeit
Die RWTH Aachen beginnt nun mit der Analyse ihrer Flächenbedarfe und prioritären Bauprojekte. Rektor Prof. Dr. Ulrich Rüdiger sieht in der Neuen Masterplanung eine strategische Chance, nachhaltige Entwicklung und internationale Wettbewerbsfähigkeit baulich abzusichern.
FH Dortmund setzt auf Ein-Standort-Strategie
Die FH Dortmund verfolgt das Ziel, ihre Infrastruktur an einem Standort zu bündeln. Laut Rektorin Prof. Dr. Tamara Appel sollen so moderne Lernbedingungen, kurze Wege und interdisziplinäre Zusammenarbeit geschaffen werden. Die Lage nahe der TU Dortmund und des Technologiezentrums bietet dabei große Synergiepotenziale.
TU Dortmund perspektivisch eingebunden
Obwohl die TU Dortmund nicht unmittelbar in die Neue Masterplanung eingebunden ist, betrifft sie die Entwicklung der FH Dortmund direkt. Rektor Prof. Dr. Manfred Bayer sieht darin die Chance, gemeinsame Projekte in Lehre, Forschung und Wissenstransfer zu realisieren.
Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des Finanzministeriums NRW vom 29.04.2025


